Die letzten Wochen in Ndola

Der Februar verlief recht normal. Die Kinder und Lehrer in der Schule haben sich alle sehr gefreut, als ich aus Tanzania zurück kam. Auch meine Gastfamilie und meine Freunde waren froh. So ist sehr schnell wieder Alltag eingekehrt. Nur eine Sache stand eigentlich Ende Februar bevor. Der Projektwechsel und somit ganz viele Abschiede. Aber erstmal war mein „belated birthday“.

Geburtstag

Am 18.02 habe ich meinen Geburtstag in meiner Gastfamilie nachgefeiert. Gleichzeitig haben wir den Geburtstag meiner großen Gastschwester vorgefeiert. Sie ist am 19.02 zurück nach Südafrika geflogen. Meine Gastmutter hat für jeden von uns eine Torte bestellt. Dann haben sie mir Happy Birthday gesungen. Meine kleine Gastschwester hat dann meine große Schwester und mich mit Torte im Gesicht beschmiert. Das ist Tradition. Da musste sogar mein Gastvater durch. Dann habe ich die Tote angeschnitten und meine Cousine hat mich gefüttert. 

Dann hat jeder ein Stück bekommen. Ich habe mich total gefreut.

CBR (Chipulukusu)

 Am 09.03 bin ich früh Morgens mit einer Schwester meiner Schule ins CBR (community based rehabilitation center) nach Chipulukusu gefahren. Ich war ziemlich gespannt was mich dort erwartet. Chipulukusu ist ein recht armes Compound in der Diözese Ndola. Ich bin dann früh morgens mit der Sister mit öffentlichen Verkehrsmitteln dahin gefahren. Ich war sehr aufgeregt. Das Center besteht aus einem Office, einer Küche, einem kleinen Garten, einem Workshopraum (er wird allerdings nicht benutzt) und einem Therapieraum. In dem Therapieraum lagen ein paar Matratzen und spezielle Stühle zum sitzen und stehen lernen. Zu beginn hat mir die Sister noch die Community school, die mit auf dem Gelände ist, gezeigt. Ich habe mich auch in jeder Klasse kurz vorgestellt und anschließend mich nochmal etwas mit dem Leiter unterhalten. Diese Schule hat 7 Klassen und wird von der Kolpingfamilie in Flörsheim (gehört zum Bistum Limburg) unterstützt. Anschließend sind wir wieder zurück zum CBR. Dort waren auch inzwischen einige Kinder mit ihren Eltern. Die Sister hat mir dann gezeigt, welche Übungen sie mit den Kindern macht. Ich durfte natürlich auchmal helfen. 


Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Sister hat mir stolz von ihren Erfolgen berichtet. Ein Kind konnte nach einem halben Jahr endlich sitzen. Die Mutter war so begeistert und hatte niemals damit gerechnet. Sie konnten nicht laufen oder auch sitzen. Ein 5 Monate altes Baby hat den Kopf immer in den Nacken gelegt. Nachdem wir mit der Physio fertig waren, haben die Eltern gekocht und ein paar Kinder haben Fußmatten aus alten Säcken und Stofffetzen hergestellt. Manchmal brauchen sie ein ganzes Jahr für eine Fußmatte. Die Sister und ich sind dann zu einem anderen Projekt von einer Mitschwester. Sie hat Unterricht in Bemba und English (vorallem Grammar und schreiben), im Nähen und im Kochen. Ab und zu kommt auch ein Arzt dort hin und macht ein AIDS Test und Aufklärungsunterricht. In diesem Projekt werden auch Hasen und Hühner zum Verkauf gezüchtet und Mielie Meal (für Nshima) hergestellt. 

Anschließend sind wir wieder zurück. Ich habe dann noch für alle Kalembula (sweet potato leaves) gekocht. Wir haben gemeinsames gegessen und danach haben die älteren Kinder die Küche aufgeräumt. Ich habe dann mit den kleinen gespielt. Als alle fertig waren gab es Sportunterricht. Dafür sind wir raus und haben mit dem Gummitwist und Springseil gespielt. Das hat total Spaß gemacht. Alle haben mitgemacht. Das Springseil haben sie aus alten Gummies gebastelt. 

Dann fing es an zu regnen. Wir sind rein und haben drinnen noch zusammen getanzt bis der Regen aufgehört hat und wir heim sind. Auf dem Rückweg zur Hauptsstraße, wo die Taxis abfuhren haben wir ganz viele Kinder gesehen, die im dreckigen Regenwasser gespielt haben. Das hat mich etwas schokiert. 

Es war ein wunderschöner Tag mit vielen neuen Erfahrungen. 

CBR (Chifubu)

Am Freitag war ich dann im CBR in Chifubu. Es ist zwar auch ein Compound, aber nicht so arm. Das CBR war sehr liebevoll eingerrichtet und war auch ziemlich gut ausgestattet. Allerdings kamen nicht so viele Kinder. Es waren 5 Kinder dort. Am Morgen haben die Kinder geputzt und anschließend gab es Unterricht. An diesem Tag war auch eine ehemalige Freiwillige mit in dem Projekt und so haben wir uns in der Zeit, wo die Kinder geputzt haben etwas unterhalten können. Im Unterricht haben wir dann beide geholfen. Wir haben ein Vogel in die Hefte gemalt. Den haben die Kinder dann erst ausgemalt. Und anschließend haben wir dir Körperteile beschriftet und abgefragt. Das war nicht so einfach, da die Kinder nicht wirklich English konnten. Aber die ehemalige Freiwillige konnte besser Bemba als ich und so haben wir dass dann gemeinsam so mehr oder weniger hinbekommen. Wir haben danach dann auch noch einen Menschen angemalt. Das ging viel besser als der Vogel. Danach haben wir dann gemeinsam gekocht und gegessen. Die Kinder haben dann noch etwas Fernseh geschaut und dann sind wir auch schon wieder heim gefahren. 


Abschiede

Meine Abschiede waren etwas verstreut, da ich letztendlich erst 2 Wochen später (also Mitte März) gewechselt habe. Der Termin hatte si ch aus mehreren Gründen öfter verschoben. Ich habe letzt endlich am 13.04 mein Projekt  und somit auch Ndola und meine Gastfamilie gewechselt. Ich bin nun in Luanshya (andere Stadt im Copperbelt, ca.40 Minuten von Ndola entfernt)  in Dagama. Nachher mehr dazu. Die Abschiede haben damit begonnen, dass meine große Schwester zurück nach Südafrika zum Studium ist. Ihr letzter Abend war, als wir unsere Geburtstage gefeiert haben. Als nächstes habe ich mich von meiner Citente Gruppe verabschiedet. Es wurden viele schöne Sachen gesagt. Auch vom Jugendchor haben ich mich sogar 2 mal verabschiedet. Das war besonders schön, da wir alle (ca.30Leute) in einem großen Kreis standen und nochmal zusammen ein Lied auf Bemba und eins auf English gesungen haben. Da hatte ich auch richtig Gänsehaut. Natürlich wurden danach auch noch Fotos gemacht und ich habe ihnen ein selbstgemachtest Liederbuch geschenkt. 

Dann hatten wir mit den Lehrern ein gemeinsames Lunch. Sie haben extra ein Chicken prepared als Zeichen des Respects. Und dann wurde sogar noch eine kleine Rede gehalten und ich habe ein Geschenk bekommen. Dann habe auch ich ein Geschenk übergeben. Es war total schön. Dann habe ich mich noch ganz doll von den Kindern verabschiedet. Sie waren alle sehr traurig. 

Zum Schluss habe ich mich bei meiner Gastfamilie mit einer Torte bedankt. Sie lieben Torte. 

Die Abschiede waren schon etwas traurig, aber das gute ist, ich werde sie alle wiedersehen. Luanshya ist nicht so weit weg. Und auch meine Schwester kommt im Juni/Juli für ihr Ferien zurück nach Ndola.

Jetzt bin ich erstmal sehr gespannt auf Dagama. Und bald kommt dann auch schon meine Familie aus Deutschland zu Besuch. Darauf freue ich mich auch schon sehr. 

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