Meine Gastfamilie und St. Martha

Kaum zu glauben, aber jetzt bin ich schon einen Monat in meiner Gastfamilie. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Und wie letzten Monat, habe ich auch im September viel erlebt.

Meine Gastfamilie

Meine Gastfamilie besteht aus: Meinem Dad. Meiner Mom. Meinem 22 jährigen Gastbruder, der allerdings in der UK Architektur studiert. Meiner 17 jährigen Gastschwester, die in Südafrika ist. Der Schwester von meiner Mom und ihrer 7 jährigen Tochter, die auch meine Schwester ist. Zudem haben wir 5 große Hunde, die als security dienen. Mein Gastbruder war für einen Monat zu besuch, sodass ich ihn kennenlernen durfte. Meine Gastfamilie ist super nett und wir lachen sehr viel. Ich schlafe in einem Zimmer mit meiner kleinen Schwester und ihrer Mutter. Und wenn zum Beispiel die Cousine von meinem Gastbruder kommt, teilen wir uns ein Bett. Das ist Teil der sambischen Kultur. Meine Gastfamilie hat sich auch sehr über das Geschenk von Niederbrechen gefreut. Es war ein Buch über Limburg und ich habe ihnen direkt zeigen können wie es so in Deutschland aussieht. 

[Es fehlt die Schwester meiner Mom und meine Gastschwester]

St. Martha nursery and primary school

Die Schule, in der ich meinen Freiwilligendienst für die ersten 6 Monate mache, wird von Schwestern geleitet und ist für Kinder von 3 bis 10 Jahre. Man kommt mit 3 Jahren in die Babyclass. Dort lernen die Kinder Songs, Gebete, das Alphabet, die Zahlen und Vieles mehr. Danach kommt man in die Middle class, dann in die Reception und danach in die Klassen 1-4. Hier in Sambia ist es so, dass man nicht für jedes Fach, sondern für jede Klasse einen Lehrer hat, der Alles unterrichtet. Außer für Französisch, das lernen die Kinder hier übrigens ab der ersten Klasse schon. Für dieses Fach kommt eine extra Lehrerin. Dann ist hier jeden Montag und Freitag Morgen das gemeinsame Singen und Beten. Natürlich darf die Nationalhymne nicht fehlen. Freitags ist dann immer Sporttag. Da machen die Kinder zu einer bestimmten Zeit draußen Sport. Sie spielen Fußball oder Netball. Mit den Kleineren habe ich “Laurentia“ (ein Song mit Bewegung) gesungen. Das hat den Kindern richtig viel Spaß gemacht. Die Kinder haben hier Montags bis Donnerstags von 8:00 bis 15:30 Uhr und Freitags bis 12:30 Uhr Unterricht. Die kleineren Kinder bis Reception bekommen zum Mittagessen etwas warmes (Nshima mit Gemüse und Fleisch). Hier in Sambia ist das Schuljahr in drei Teile (3 Terms) aufgeteilt. Die Kinder starten im Januar, haben dann drei Monate Schule und dann einen Monat Ferien (April). Dann beginnt der zweite Term. Dieser endet wieder 3 Monate später und die Kinder haben einen Monat Ferien (August). Von September bis November geht dann der letzte (3.) Term. Danach ist dann der Dezember wieder Urlaub. Zwischendurch gibt es dann immernoch ein paar Feiertage wie z.b. independence day, teachers day, carrer day, library day… Die erkläre ich dann wenn es so weit ist. Mit den Klausuren/Arbeiten ist es so, dass die Kinder in der Mitte und am Ende des Terms jeweils eine Woche Klausuren schreiben. Nur am Ende vom 3. Term schreiben die Kinder dann über das Gelernte vom ganzen Jahr. 

[Ein Teil der Babyclass]

Talentshow in Francisdale 

Am 03.09 fand eine Talentshow der Jugendlichen in Francisdale statt. Eine Gruppe von Jugendlichen hat dieses Event alleine organisiert und es kamen richtig viele Kinder und Jugendliche. Aufgeführt wurde in der Aula der Fatima (secondary) Schule. Dort gab es eine Bühne und viel Platz. Man musste einen kleinen Eintritt bezahlen und dann wurde ein Fingernagel zur Markierung mit einem Edding angemalt. Vorne saß eine vierköpfige Jury (alles Jugendliche). Das Programm war richtig schön und abwechslungsreich. Es wurde getanzt, gesungen (meistens Playback) und es gab auch eine Modenschau. Es wurde auch immer eine Büchse aufgestellt, wo man Geld einwerfen konnte, wenn einem die Darbietung gefiel. Es war richtig was los. Insgesamt ging die Talentshow von 11:00 bis 17:00 Uhr. Aber leider konnte ich nicht bis zum Ende bleiben, da der Heimweg von Francisdale etwas länger dauert. Man fährt 20 Minuten mit dem Taxi in die Stadt. Allerdings muss man erst warten bis das Taxi voll (5 Leute + Fahrer) ist. Das kann schnell gehen, oder auch länger dauern. 

Fußballspiel Sambia/Kenia

Dieses Fußballspiel war sehr aufregend. Begonnen hat es damit, dass wir kurz vor Anpfiff immer noch vor dem Stadion, mit ganz ganz vielen Anderen, die auch rein wollten, standen. Das Problem war: Es gab nicht genügend Tickets. Der Eingang zum Stadion wurde von vielen Polizisten bewacht, die versuchten die Leute daran zu hindern ohne Ticket rein zu kommen. Nach einer Zeit haben wir dann doch noch Tickets, von irgendjemanden, der seine nicht brauchte, bekommen und konnten das Spiel sehen. Es war wieder eine super Stimmung. Vorallem als Kenia ein Tor geschossen hat, haben die Fans ihre Mannschaft mit Songs noch mehr angefeuert. Und dann hat Sambia 8 Minuten vor Ende dann doch noch den Ausgleich geschossen. Da waren alle sehr erleichtert. 

Graduation

Am 09.09 waren wir auf der Graduation (Abschluss der Uni) von einer Freundin. Morgens sind wir zu sechst nach Kitwe zur Uni gefahren. Dort angekommen standen vor dem Eingang ganz viele Verkäufer, die riesige Geschenke in glitzernden Verpackungen verkauften, falls man selber vorher nicht dazu kam etwas für die Absolventen zu kaufen. Im Garten der Uni wurde ein riesiges Zelt aufgestellt für die über 100 Absolventen, ihre Familien und Freunde. Dann wurden viele Reden gehalten, eine Gruppe hat getanzt und eine Blaskapelle hat gespielt. Die Absolventen waren festlich angezogen. Sie trugen ein Abschlussgewand und nachher beim übberreichen des Zeugnisses den Abschlusshut (wie man es von Amerika kennt). Die Absolventen wurden  ihrem Fach nach nach vorne gerufen und haben das Zeugnis und den Hut bekommen. Dann wurde ein Foto mit der Abschlussklasse gemacht und die Absolventen haben mit ihrem Hut gewedelt, oder haben ihn in die Luft geschmissen. Zum Schluss wurden noch die Besten geehrt.Die Feier war dann gegen 14:00 Uhr zu Ende und wir haben noch die Verwandten von unsere Freundin besucht. Es war ein richtig schöner Tag.

Katlobat und Dola hill

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug mit einem Freiwilligen, der in Deutschland war, unternommen. Wir sind auf die zwei Berge von Ndola, die eher Hügel sind, gestiegen und haben das Grab seines Vaters besucht. Viele Leute kommen hier zu den Hügeln um in Ruhe zu beten. Manche bleiben sogar länger Tage dort und zelten. Von dort oben hat man einen super Ausblick. Dann sind wir durch ganz viele kleine Dörfer gelaufen, am Kafubo Fluss entlang. Am Fluss haben ein paar Leute ihre Wäsche gewaschen und Kinder haben im Wasser gespielt. Es war richtig warm an diesem Tag. Am späten Nachmittag haben wir dann noch einen Teil der Familie des Freiwilligen kennengelernt. An diesem Tag haben wir uns richtig viel unterhalten können. Er war rundum gelungen.

[Dola Hill mit Blick auf das Stadion]

[Der Friedhof]

Musical

Am Freitag Abend war ich dann zusammen mit einem Freund vom Jugendchor in einem Musical. Ein paar Jugendliche aus Ndola haben es eingeübt und aufgeführt. Es ging dabei um die Straßenkinder in Zambia. Wie sie an diesen Punkt gelangen und wie die Gesellschaft damit umgeht. Das Musical war die meiste Zeit auf Englisch, sodass ich doch recht viel verstanden habe. Das Musical war richtig lehrreich und mit viel Witz, aber auch Ernst gespielt. 

Cilanga mulilo

Cilanga mulilo ist ein Fest vor der Hochzeit, beidem die Braut ihrem zukünftigen Ehemann ganz viel Essen kocht. Damit zeigt die Frau auf was sich der Mann nach der Hochzeit einstellen muss, da die Frau fürs Kochen zuständig ist. Nach diesem Fest kommt dann die Kitchenparty, wo das Paar ganz viele Küchengegenstände, die noch im gemeinsamen Haus fehlen, bekommen. Und dann erst kommt die eigentlich Hochzeit. Ich war jedenfalls auf der Cilanga mulilo mit meiner Familie. Der Bräutigam war ein Arbeitskollege von meinem Vater. Wir sind also alle zusammen mit noch 3 Cousinen meiner Mom zum Bräutigam gefahren. Dort war ein riesiger Pavillon mit vielen runden Tischen, die alle wunderschön geschmückt waren, aufgebaut. Zu Beginn hat eine Gruppe von Jugendlichen die Tänze der verschiedenen Regionen in Sambia präsentiert. Zwischendurch hat ein Entertainer Witze erzählt, während wir auf das Essen der Braut warteten. Nach ca. 3 Stunden kam es dann. Das Essen wurde von einer Gruppe von Frauen (Verwandten und Freunden der Braut) gebracht. Die Braut selbst war nicht anwesend. Sie kam später. Die Frauen standen vor dem Tor und haben das Essen, welches in weiße Tücher gewickelt war, auf dem Kopf getragen. Dazu haben Sie auf Bemba gesungen und die Ingoma ( Trommeln) gespielt. Dann begann das eigentliche Spektakel. Die Frauen standen vor dem Tor und wir innen. Dazwischen auf der Schwelle lagen Zweige mit Blättern. Zwei Frauen haben sie dann hingekniet und die Zweig mit dem Mund weggeräumt. Die Gäste der Ferien haben den Frauen Geld hingeworfen. Das wurde immer gemacht, wenn den Gästen etwas besonderes gefallen hat. 

Als der Weg freigeräumt war, sind die Frauen mit dem Essen auf dem Kopf ins Haus gegangen. Dort hat der Bräutigam auf der Couch auf sie gewartet. Sie haben die eigepackten Töpfe vor Ihm abgestellt. Dann haben zwei Frauen erst das Tuch Mut dem Mund entfernt und dann die Töpfe auch mit dem Mund geöffnet. Danach haben Sie dem Bräutigam einen noch geschlossenen Topf überreicht. Dann hat er noch ein lebendiges Huhn bekommen. Das bekommen übrigen manchmal auch die Priester in der Kirche. Danach wurden alle Töpfe geöffnet. Es waren mindestens 30 Töpfe. Eine Frau hat dem Bräutigam und seinen Sitznachbarn dann den rechten Ellbogen, das Gesicht und die Hände gewaschen. Alles wurde die ganze Zeit mit Gesang begleitet. Dann hat sich eine Frau auf den Boden gelegt und sich mit einem Citenge verhüllt. Der Bräutigam musste die dann “befreien“. Als nächstes wurde dann ein Citenge über den Bräutigam und seine Sitznachbarn gelegt und er hat darunter den ersten Bissen Nshima probiert.Im Anschluss daran wurden Ihm alle Gerichte gezeigt und erklärt. Damit war dann der Part drinnen beendet und es ging draußen weiter. Nach 15 Minuten kam dann die Braut mit einem Citenge verhüllt nach draußen. Sie hat sich dann auf den Boden gesetzt und der Bräutigam musste den Citenge durch aufrollen entfernen. Die Braut mit ihrem türkisfarbenen Kleid kam zum Vorschein und sie haben sich geküsst. Danach wurde gegessen. Die Feier war dann so gegen 19:00 Uhr zu Ende (hier wird es jeden Tag um 18:00 Uhr dunkel). Die Cilanga mulilo war win total faszinierendes Fest. 

Der Doktor kommt!

Am Mittwoch bekamen wir unerwarteten Besuch in der Schule. Der Doktor! Er kam um die Kinder gegen Masern (letzten Monat ist leider ein Kind unserer Schule daran gestorben) zu impfen. Ich durfte Ihm dabei helfen. Wir haben mit der Babyclass begonnen. Die Kinder sind nach einander nach vorne gekommen. Dann habe ich ihnen den linken kleinen Finger mit einem spezial Stift zur Markierung angemalt. Hier gibt es nämlich keinen Impfausweis. Danach hat er sie geimpft und die Spritze in einem extra Behälter entsorgt. Der Doktor war super lieb zu den Kindern. Dennoch haben ein paar der Baby, Middle und Reception Class geweint. Denn auch hier ist Impfen bei den Kindern eher unbeliebt.

Nsobe Camp

Nsobe Camp ist so etwas wie ein National Park, der nach einer bestimmten Antilopenart benannt ist. Man kann dort Tiere besichtigen (teils freilaufend, teils im Gehege), campen, angeln, grillen und relaxen. Ich war dort zusammen mit unserem Partnerschaftskoordinator und ganz vielen sambischen, deutschen und österreichischen Freiwilligen. Wir haben zusammen an dem See gegrillt, Volleyball und Badminton gespielt, die Schlangen gesehen und um den Hals gelegt (das war richtig cool) und sind mit dem Pickup durch den Park gefahren. Leider haben wir nicht so viele Tiere gesehen. Nur ein paar Antilopen und Zebras. Dieser Tag war wunderschön. 

[Zusammen mit einer anderen deutschen Freiwilligen]

Citente

In Sambia spielt die Kirche und der Glaube eine sehr bedeutende Rolle. So gibt es hier abgesehen von den Gemeinden auch kleine christliche Gemeinschaften. Meine Gemeinschaft heißt St. Mary. Diese Gemeinschaft trifft sich jeden Sonntag. Die Erwachsenen, die Jugendlichen und die Kinder getrennt von einander. Dann wird die Bibel und das Evangelium des Tages geteilt, damit auch jeder verstanden hat, worum es in dem Evangelium ging. Dann werden noch allgemeine Themen (kennenlernen, besondere Events für Jugendliche…) besprochen. In meiner Gemeinde sind so ca. 15-20 Jugendliche. Alle sind super nett und wir sind wie eine Familie. 

Das war mal wieder ein ereignisreicher und spannender Monat. Jetzt am Wochenende bin ich in Lusaka (der Hauptstadt). Ich bin schon sehr gespannt was der Oktober so bringt. Jetzt beginnt übrigens die Hotseason. Das heißt jeden Tag um die 40° C. 

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2 Gedanken zu “Meine Gastfamilie und St. Martha

  1. Pingback: Unsere erste Botschafterin für Brechen – Magdalena Ziegler ist schon einen Monat bei Ihrer Gastfamilie in Sambia schaut mal vorbei bei ihr… | BrachinaImagePress.de by FOTO-EHRLICH.de

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