Orientierungszeit

Gestern war meine Orientierungszeit zu Ende und ich habe Francisdale verlassen. Es war eine wunderschöne Zeit dort. Mit ganz vielen Eindrücken. Wir waren viel unterwegs. 

So haben wir ziemlich am Anfang das Copperbelt (so heißt die Region in der ich hauptsächlich bin) Museum in Ndola besucht, um einen ersten Einblick in den Kupferabbau, die Natur und die Kultur hier zu bekommen. Im Copperbelt wird hauptsächlich Kupfer, aber auch Kobalt und andere Metalle gewonnen. Einige intakte Minen gibt es in Luanshya, Kitwe und Chingola. 

Am 15.08 kam dann endlich das Ergebnis von den Wahlen vom 11.08. Wir waren gerade auf dem Heimweg im Pickup, als im Radio bekannt wurde, dass Edgar Lungu gewonnen hat. Alle sind schreiend auf die Straße gerannt und haben mit ihren Edgar Lungu Citengen (Tücher, die Fauen um die Hüfte gewickelt tragen) gewedelt. Wir haben die ganze Zeit gehupt. Mich hat das voll an den Sieg von Deutschland bei der WM erinnert. 🙂

Dann haben wir die Diakonweihe mitbekommen und haben an 2 von 3 Partys für einen der 5 Diakone teilgenommen. Die Weihe ansich war genauso wie in Deutschland. Die Kathedrale war total voll. Nur anschließend gab es einen Snack ;)(Nshima, Kartoffeln und Hähnchen) für jeden und man hat sich mindestens noch eine Stunde vor der Kathedrale unterhalten. Die Predigt war übrigens auf Bemba und Englisch damit jeder sie versteht. Bei den Partys wurde dann sehr viel getanzt, gesungen und Reden wurden gehalten. Es gab was zu essen und zu trinken und der Diakon hat eine Torte bekommen. Hier in Sambia ist es normal, dass man mehrere Partys zum gleichen Ereignis feiert. Es bildet sich eine Gruppe die sagt, dass sie gerne eine Party zu Ehren von z.b. dem Diakon machen wollen und laden diesen dann als Ehrengast ein. Und bei dem frisch geweihten Diakon haben drei Gruppen (die Gemeinde, die Jugendgruppe und eine private extra Gruppe) etwas unabhängig voneinander organisiert. Die Partys waren richtig schön und man hat sich viel unterhalten können.

Auch unsere verschiedenen Projekte haben wir besucht. Als erstes Radio Icengelo (der katholische Radiosender). Dort haben wir die verschiedenen Tonstudios und die Kapelle besucht. Die hat mir richtig gut gefallen. Dort werden jeden Sonntag die Messen aufgenommen und im Radio übertragen. Am Ende durften wir noch ein Interview über unseren Freiwilligendienst, natürlich auf Englisch, geben. 

Dann haben wir zwei Schulen besucht. Die eine war in einem ärmeren Viertel und war dementsprechend kleiner und mit nicht so vielen Dingen ausgestattet. Die andere Schule war in einem Viertel für die Reicheren. Hier in Sambia gehen die Kinder schon mit 3 Jahren in die Schule, wobei sie dennoch viel spielerisch dort lernen. Momentan sind hier noch Ferien. Desweiteren haben wir St. Antonys Home besucht.Einem Weisenhaus für Kinder mit und ohne Behinderung. Das war super schön, da wir den ganzen Vormittag mit den Kindern gespielt haben. Die haben sich riesig gefreut und einen geradezu belagert. Zum Schluss haben wir das Youth Center besucht. Dort gibt es einen Computer Raum, einen Seminarraum, Schlafräume, Büros und eine Küche. Wobei im Youth Center sind meistens nur Seminare. Die anderen Aktivitäten, wie Sportfeste oder die Talentshow sind eher in den Gemeinden. Bei einem der Sportfeste habe ich dann, nachdem wir Basketball gespielt haben, gelernt, wie man auf einer traditionellen Trommel (Ingoma) spielt. Das hat echt Spaß gemacht. 

Wir waren auf dem Diözesanjugendtag. Begonnen hat er mit einem Gottesdienst bei dem ein Jugenchor gesungen hat. Der Gottesdienst war richtig schön und auf Englisch, sodass ich etwas verstanden habe. Danach gab es auf einer Bühne Programm. Die Jugenlichen saßen davor auf Stühlen unter einer Überdachung, da die Sonne sehr geschienen hat. Zwei Jugendliche haben das Ganze mit viel Comedy moderiert. Leider alles auf Bemba. Dann wurde viel getanzt, gesungen, gerappt, Theater gespielt, ein Bibelquiz und eine Autosegnung. Die Jugendlichen der Diözese haben für ihre Aktivitäten nämlich ein Auto bekommen. 

Dann haben wir das große Stadion in Ndola besichtigt. Waren auf dem Rasen und in der VIP Longe. Natürlich haben wir uns dann auch noch ein Fußballspiel zusammen mit unserem Mentor, einem Bruder und den sambischen Freiwilligen angeschaut. Es war eine super Stimmung und viele hatten Sambiatrikots an. Zudem hat eine Blaskapelle das ganze Spiel begleitet. Das war richtig cool. 

An einen anderen Tag waren wir dann mit einem Doktor, zwei Schwestern und 3 Studenten im  “out reach“ (den ganz kleinen Dörfern). Die Fahrt dahin war sehr holprig, da die Straßen nicht geteert waren und es richtig viele Schlaglöcher gab. Als wir angekommen waren, haben wir geholfen die Kinder zu wiegen. Das war sehr speziel, da die Wage an einem Baum hing und die Kinder in einen zugeschnittenen Beutel gesetzt wurde und dann an die Wage gehängt wurden. Für viele Kinder war das kein Problem, da sie die Prozedur schon kannten. Nur ein paar kleinere Kinder haben etwas geweint. Als wir dann alle Kinder (ca. 50) gewogen hatten, habe ich dann den Blutdruck der Mütter gemessen. Die Schwester und der Arzt haben den Kindern und Eltern dann noch Spritzten gegeben und eine Schwester hat in einem anderen Raum Beratungsgespräche und HIV Tests durchgeführt. Dieser Vormittag war total spannend. 

Dann haben wir viele Abende mit Freunden UNO gespielt. Das war richtig cool und wir haben super viel gelacht. Natürlich wurden am Ende noch Einnerungsfotos geschossen. 

Jetzt bin ich in meiner Gastfamilie und starte nächsten Montag  in meinem ersten Projekt. Die St. Martha Nursery and Primary School. 

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3 Gedanken zu “Orientierungszeit

  1. Kätzchen

    Liebste Meggie!

    Es freut mich, dass es dir in Sambia nach wie vor gut gefällt und dass du uns über deinen Blog auf dem Laufenden hältst. Ich warte immer gespannt auf deine Berichte und lese sie wirklich gern. 😉
    Dieses mal gab es ja einen besonders langen Post von dir und ich finde die Kultur wie du sie beschreibst richtig schön und interessant. Das einzige, was ich ein bisschen schade finde ist, dass ihr so oft bei Veranstaltungen seid, die nur auf Bemba gehalten werden, denn das versteht ihr ja leider noch gar nicht. Aber das kommt sicher noch. 😉
    Zuletzt wünsche ich dir viel Glück und Spaß in deiner neuen Gastfamilie und bei deinem ersten Projekt!

    Liebe Grüße

    Deine Katja

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